Dänische Ranger in Borchen

Projekt Abenteuer Natur der Sekundarschule Borchen vernetzt sich international

Besuch aus dem hohen Norden konnte die Schule an der Altenau empfangen. Zehn Ranger aus unserem Nachbarland Dänemark haben sich zwei Tage lang über das Konzept des Schulwaldes Ritterholz informiert. Bürgermeister Allerdissen begrüßte die dänischen Gäste und zeigte sich hoch erfreut darüber, dass die Arbeit der Borchener Sekundarschule auch im Ausland auf Aufmerksamkeit stößt. Schließlich waren die Dänen zum Erfahrungsaustausch nach Deutschland gekommen und erhofften sich in Borchen neue Impulse für ihre Arbeit mitzunehmen.

Bürgermeister Reiner Allerdissen begrüßt die dänischen Ranger im Schulgarten der Schule an der Altenau

Bereits seit dem Jahr 2001 besteht an der Schule an der Altenau das Projekt Abenteuer Natur, das gemeinsam mit dem Regionalforstamt Hochstift im Schulwald Ritterholz des Forstbetriebsbezirkes Gellinghausen durchgeführt wird. Neben Förster Carsten Breder und Ranger Carsten Wietfeld  vom Landesbetrieb Wald und Holz ist auf Seiten der Sekundarschule von Beginn an Volker Wascher dabei, der neben seinem Studium für die Fächer Geographie und Geschichte auch über eine Berufsausbildung zum Geprüften Natur- und Landschaftspfleger, landläufig auch Ranger genannt, verfügt. Über den Berufsverband der deutschen Ranger, den Bundesverband Naturwacht, ist er europaweit mit seinen Kollegen im Ausland vernetzt.

Vor diesem Hintergrund trat im Januar 2018 die Vereinigung der Naturverlejder Dänemarks, der dänischen Ranger also, an die Sekundarschule Borchen heran. Fachgruppen des dänischen Rangerverbandes unternehmen alle zwei Jahre eine Reise ins Ausland, um sich in Nationalparks, Naturschutzgebieten und anderen Einrichtungen der Umweltbildung über die neuesten Entwicklungen im Bereich der sogenannten Outdoor Education auszutauschen. Dabei stieß das Borchener Projekt auf großes Interesse, weil hier Schüler-Ranger der Jahrgangsstufen 9 und 10 im Schulwald Unterricht für Borchener Grundschüler abhalten und mit Blick auf die sogenannten Grünen Berufe gleichzeitig aktive

Berufsvorbereitung betrieben wird. Außerdem stand für die Dänen im Fokus, wie in Deutschland Kinder und Jugendliche in der Schule an das Thema Jagd und Nachhaltigkeit herangeführt werden.

Gelebte Nachhaltigkeit – Lehrerin Lena Marsh präsentiert den Gästen aus Dänemark ein Buffet mit Produkten aus dem Schulgarten

Bei ihrem Besuch im Paderborner Land wurde den Besuchern ein facettenreicher Einblick in die deutsche Waldpädagogik geboten. Die Schüler-Ranger der Jahrgangsstufen 9 und 10 führten die ausländischen Gäste eigenständig in englischer Sprache durch ihren Schulwald und in der Ranger-AG der Klassen 3 und 4 der Grundschule Kirchborchen-Etteln gab es einen Überblick darüber, wie man Grundschüler spielerisch an das Thema Jagd und Wildtiere heranführt. Das Regionalforstamt Hochstift präsentierte ebenfalls seine vielfältigen Möglichkeiten im Bereich der Umweltbildung und so lernten die Dänen in Gellinghausen nicht nur die moderne Ausbildungswerkstatt für Forstwirte kennen, sondern informierten sich im Waldnaturschutzgebiet Egge-Nord auch über das Naturerbe Buchenwald. In der Ranger AG der Sekundarschule Borchen konnten die dänischen Kollegen schließlich noch beobachten, wie Ranger Carsten Wietfeld den Schülerinnen und Schülern mit seiner Jagdhündin Kira eindrucksvoll eine Fährtensuche demonstrierte.

Bürgermeister Reiner Allerdissen und der stellvertretende Schulleiter Markus Schröder begrüßten die dänischen Ranger zu einem Outdoor-Empfang im Schulgarten der Borchener Sekundarschule, wo die Schülerinnen und Schüler von Hauswirtschaftslehrerin Lena Marsh ganz im Sinne der Erziehung zur Nachhaltigkeit ein stilvolles Freiluftbuffet mit Leckereien aus dem Schulgarten vorbereitet hatten. Markus Schröder betonte den großen  Stellenwert, den das Rangerprojekt an seiner Schule seit jeher genossen hat und belegte dies mit der eindrucksvollen Zahl von über 1000 Borchener Schülerinnen und Schülern, die allein in den letzten 15 Jahren dauerhaft das Fach Abenteuer Natur/Ranger im Wahlpflichtunterricht belegt haben. Hinzu kommen jährlich rund 250 externe Besucherinnen und Besucher im Schulwald aus Grundschulen, sonstigen weiterführenden Schulen, Studienseminaren und Hochschulen. Bürgermeister Allerdissen unterstrich in seiner Begrüßungsrede die hohe Bedeutung, die der Besuch der dänischen Rangerdelegation für die Arbeit der Borchener Sekundarschule darstellt. Die sogenannte Udeskole, der Unterricht außerhalb der Schule am praktischen Beispiel genießt an dänischen Schulen einen sehr hohen Stellenwert und so freute sich der Bürgermeister ganz besonders darüber, dass hier ein Austausch mit Experten aus ganz Dänemark angestoßen werden konnte. Den hohen Qualitätsanspruch, den Outdoor Education in Dänemark beansprucht, zeigen auch die ursprünglichen Berufe der dänischen Ranger, denn sie haben zuvor als Biologen, Geologen, Förster, Historiker und Lehrer gearbeitet. Ein Grund mehr also für Reiner Allerdissen, den von der Sekundarschule geplanten dauerhaften Austausch mit den Kollegen in Dänemark  nachhaltig zu unterstützen und voranzubringen. Für die Schülerinnen und Schüler Borchens eröffnet sich so die Möglichkeit, aktiv den europäischen Gedanken zu leben und das noch dazu mit einem Land, das in punkto Bildung zu den Spitzenreitern in Europa gehört.

Geschichtsunterricht experimentell – Schüler-Ranger demonstrieren die Verteidigung der Wallburg Gellinghausen, die von den Dänen erobert werden soll

Auch die dänischen Gäste nehmen Anregungen aus Borchen mit in ihre Heimat. So stießen die an der Borchener Sekundarschule alljährlich durchgeführten mehrtägigen Rangerwanderungen auf großes Interesse. Dieses Mittel zur Teambildung und Gruppendynamik soll nun bei Junior-Rangern im dänischen Frederikshavn erprobt werden. Für die Zukunft ist bereits ein Gegenbesuch in Dänemark geplant, um so einen weiteren wichtigen Baustein für die Verbreitung des skandinavischen Outdoor-Education-Modells in der heimischen Bildungsregion zu legen. Dass dieser Gedanke im Hochstift bereits auch andernorts gezündet hat, beweist mittlerweile die Gesamtschule Brakel. Angelehnt an das Borchener Modell wird dort seit drei Jahren das Fach Abenteuer Natur angeboten und so freute sich die Schule an der Altenau, Marcel Fienkens als Projektbeauftragten der Brakeler Gesamtschule ebenfalls beim Besuch der dänischen Ranger begrüßen zu können.