Dem Luchs auf der Spur

Altenau-Ranger der Sekundarschule Borchen wandern zwischen Fulda und Werra

Auch in diesem Jahr haben die Zehntklässler des Ergänzungsunterrichtes Ranger der Schule an der Altenau wieder ihre Abschlussexpedition absolviert. Mit der Bahn ging es in die Nähe von Kassel, wo im Kaufunger Wald zu Fuß eine Strecke von 40 Kilometern zu bewältigen war. Durchaus eine Herausforderung, denn die Berge im Werrabergland sind hoch und steil und die Wälder dort so einsam, dass sich auch der Luchs heimisch fühlt.

Spannungsgeladen haben sich zehn Altenau-Ranger der Borchener Sekundarschule früh morgens vor dem Paderborner Hauptbahnhof getroffen. Ihre Rucksäcke sind hoch bepackt mit Zelt, Schlafsack und Kocher. Der Augenblick ist gekommen, in dem sie von ihren beiden Begleitlehrern Uwe Fritsch und Volker Wascher erfahren werden, wohin ihre sogenannte Abschlussexpedition sie  führen soll. Warten auf StraßenbahnMit der Bahn geht es zunächst nach Kassel, wo dann in die Überlandstraßenbahnlinie 4 umgestiegen wird, die die Ranger in das kleine Städtchen Helsa bringt, das mitten im Kaufunger Wald auf rund 240 m Höhe liegt. Von dort

Start in Helsa

gilt es zunächst einen Weg auf den 641 m hohen Bilstein zu finden, auf dessen Gipfel ein Aussichtsturm steht, der den Schülern eine beindruckende Fernsicht bis nach Thüringen, zum Harz und bis zum heimischen Eggegebirge bietet. Nach einer ausgiebigen Mittagspause folgt dann der Weitermarsch zum Walpädagogik-Zentrum Göttingen Steinberg der niedersächsischen Landesforstverwaltung, wo schließlich nach 24 km Weg durch einsame Waldgebiete ein Biwak für die Nacht aufgeschlagen wird. Nach einer spartanischen Nacht im Zelt folgt am nächsten Tag über 16 km der Abstieg nach Hannoversch Münden, von wo aus es mit dem Zug über Kassel wieder heim in Richtung Paderborn geht.

Auf dieser Abschlussexpedition wurde den Altenau-Rangern noch einmal alles abverlangt, was innerhalb des vergangenen Schuljahres intensiv mit ihnen geübt wurde. Der Umgang mit Karte und Kompass, das Orientieren in fremdem Gelände, das Kochen in der Outdoor-Küche und der Bau eines Lagers zur Übernachtung im Freien. Und natürlich wurden die Zehntklässler auch sportlich nicht wenig gefordert: Das Gepäck musste über steile Anstiege auf die Höhen getragen werden, die Wege waren oft nur schmale Pfade und so mancher geriet an seine körperlichen Leistungsgrenzen. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie hervorragend eine solche erlebnispädagogische Aktion ein Team zusammenschweißen und fördern kann. Die Gruppe wurde getragen von höchster Motivation und einem tollen Teamgeist, die jeden einzelnen Teilnehmer zu seiner persönlichen Höchstform aufliefen ließen. Hier wurden ganz nebenbei unschätzbare Soft Skills für die berufliche Zukunft der Schüler gefördert.

Rückblickend sind die beiden Teamleiter Uwe Fritsch und Volker Wascher sehr zufrieden mit dieser gelungenen Aktion. Mit dem Kaufunger Wald als Kulisse wurde ein idealer Rahmen für die Erlebnispädagogik gefunden: Schnell mit der Bahn von Paderborn aus zu erreichen, fanden sich die Teilnehmer in einem riesigen Waldgebiet abseits jeglicher Ortschaft wieder, das durch seine hohen Gipfel, tief eingeschnittenen Täler und einsamen Moore die Altenau-Ranger sichtlich beeindruckte.

Naturschutzgebiet Hühnerfeld

Fasziniert zeigten sich die Schüler auch von der Tatsache, dass der Kaufunger Wald Streifgebiet einer Raubkatzenart ist: Der Luchs „Pou“ wurde zuletzt Anfang 2019 von Wissenschaftlern der Universität Göttingen im Bereich der Wanderroute der Borchener Ranger bestätigt. Auf der Rangerwanderung allerdings zeigte „Pou“ sich erwartungsgemäß scheu und ließ sich nicht blicken.