Alles neu macht der Mai

Schule an der Altenau erschafft Garten der Sinne und Kulturen

Längere Zeit schon hat er im Dornröschenschlaf gelegen – der Schulgarten der Borchener Sekundarschule hatte viel von seiner alten Bedeutung verloren.  Nun aber sind neue Aktivitäten auf der Fläche neben der Skaterbahn Unter der Burg zu beobachten. Eine Arbeitsgruppe hat ein neues Konzept entwickelt und wandelt den Schulgarten von einem reinen Nutzgarten nach und nach in einen Garten der Sinne um. Auch der Aspekt der Kultur soll dabei nicht zu kurz kommen.

Mit dem Bau der neuen Sporthalle auf der Gallihöhe musste die damalige Altenauschule auch ihren Schulgarten abgeben. Er wurde auf die Westseite der Straße Unter der Burg verlegt und auf einer Fläche von rund 250 Quadratmetern neu errichtet. Eine ökologische Ausgleichsfläche der Gemeinde, die in Form einer Streuobstwiese angelegt worden war, bildete dabei das Kernstück des neuen Schulgartens. Hauptgedanke war seinerzeit, in Verbindung mit dem Fach Arbeitslehre Hauswirtschaft einen Nutzgarten anzulegen, der über das Jahr Lebensmittel aus der Natur für die Weiterverarbeitung in der Schulküche liefern sollte.

Unterdessen haben aber zahlreiche personelle und strukturelle Veränderungen an der neu gegründeten Sekundarschule Borchen dieses Konzept längst überholt. Vor diesem Hintergrund entwickelten Lehrerinnen und Lehrer aus den Fachbereichen Biologie, Gesellschaftslehre, Kunst und Technik jüngst ein völlig neues Modell für die Zukunft des Schulgartens. Anstelle eines Nutzgartens soll auf der Fläche ein grüner Erlebnisraum für alle Schülerinnen und Schüler entstehen, der auf vielfältige Weise für den täglichen Unterricht nutzbar ist. Ein Barfußpfad soll Raum für die Sensibilisierung des Fühl- und Tastsinns bieten, dicke Eichenstämme sollen zum Balancieren und Ausruhen gleichermaßen auffordern und ein Insektenhotel soll einen Rückzugsraum für die allseits bedrohten Vertreter aus der Welt der Kerbtiere bieten.

Den Anfang der Umgestaltung aber leitete die Klasse 8a ein, die unter der Federführung ihrer Kunstlehrerin Ricarda Kurock in einem mehrtägigen Projekt einen Teil des Schulgartens in einen japanischen Zen-Garten umgestaltet hat. Gleichsam wie in einem Wettbewerb für Landschaftsarchitekten wurden im Kunstunterricht der 8a zunächst  verschiedene Modelle von Zen-Gärten gestaltet, die anschließend in einem Bewertungsverfahren von allen Klassen der Schule an der Altenau beurteilt worden sind. Die meisten der knapp 380 zu vergebenen Stimmen konnte dabei der Entwurf von

Angelina Eisenbart und Antonia Witte zeigen stolz ihr Siegermodell

Angelina Eisenbart und Antonia Witte für sich vereinnahmen. Ihr Modell bildete damit die Grundlage für die nachfolgenden Umgestaltungsmaßnahmen im Schulgarten. Genau nach den Vorgaben des Modells schachteten die Schülerinnen und Schüler die vorgesehene Fläche für den Zen-Garten aus, präparierten sie mit Vlies gegen Unkraut und füllten sie anschließend ganz nach den Regeln eines japanischen Zen-Gartens mit Sand uns verschiedenen Steinformationen aus. Bepflanzt wurde die Fläche standesgemäß mit Gold-Japangras, Carex-Gräsern und Azaleen.

Doch nicht nur der reine Entwicklungs- und Bauprozess stand für Lehrerin Ricarda Kurock im Mittelpunkt. Gleichrangig mit den Planungsarbeiten wurden im Unterricht auch die kulturellen Besonderheiten Japans sowie die besondere Bedeutung der symbolhaften Elemente eines Zen-Gartens behandelt. Ein Ort der Ruhe und des Kräftesammelns inmitten der Hektik eines Schultages ist so entstanden. Dies ist richtungsweisend für die Neukonzeption des Borchener Schulgartens – eine Bühne für den modernen Unterricht in seiner ganzen Vielfalt, eingebettet in den grünen Rahmen der Natur.

Unterstützt wurden die Klasse 8a von den Altenau-Rangern der Jahrgangsstufen 8 und 9, die im Schulwald in Absprache mit Revierförster Carsten Breder wertvolles Robinienholz als Randbegrenzung für den Zen-Garten vorbereitet und anschließend fachgerecht eingebaut haben. Wesentliche Hilfe leistete auch der Bauhof der Gemeinde Borchen, der mit dem Radlader Sand und Basaltsplitt heranschaffte sowie per Kran drei große Findlinge auf der Fläche des Zen-Gartens ablud.