Kunst in der Natur

Fachseminar Kunst des Zentrums für Lehrerausbildung informiert sich über Land-Art

Seit Ende der sechziger Jahre existiert in der Kunstszene der Begriff der Land-Art. Was es mit dieser Kunstrichtung konkret auf sich und wie man sie in der Schulpraxis einsetzen kann, stand im Mittelpunkt einer Fortbildung für angehende Lehrerinnen der Sekundarstufe 1.

Landart im Dialog mit der Natur

Land-Art will zum Dialog mit der Natur anregen – weltweite Vernetzung durch moderne Transportmittel schleppt bei uns Schädlinge ein, denen unsere Natur auf Dauer nicht widerstehen kann

Gerry Schum, aus Köln stammender Kameramann und Künstler, prägte 1969 erstmals den Begriff der Land-Art und fasste damit künstlerische Richtungen aus den USA und Europa zusammen, die sich mit der Installation von Kunstobjekten in der freien Natur befassten. Land-Art-Künstler möchten durch eine künstlerische Veränderung in der freien Landschaft eine wahrnehmbare Spur ihres kreativen Schaffens erzeugen. Dadurch wollen sie für den Betrachter eine Auseinandersetzung und einen Dialog mit der Natur anstoßen und können somit zum Nachdenken über vielfältige Fragen anregen.

Farb- oder Formenkontraste erzeugen durch ihre auffällige Installation eine Konfrontation mit den natürlichen Gegebenheiten in der Landschaft. Dabei wird in der Land-Art entweder mit Naturmaterialien wie z. B. leuchtenden Blütenfarben oder mit künstlichen, naturfernen Materialien gearbeitet, die durch ihre Andersartigkeit einen deutlichen Kontrast erzeugen. Gemeinsam ist allen Land-Art-Objekten ihre Vergänglichkeit in der Natur. Sie sind nur von kurzer Dauer und werden deshalb nur auf Fotografien dauerhaft festgehalten.

Kunstlehrer ertasten Scheitholzhütte mit allen Sinnen

Naturmaterialien als Kontrast in der Landschaft – die angehenden Kunstlehrerinnen erkunden mit allen Sinnen eine Scheitholzhütte

Für die Borchener Schule an der Altenau ist das Thema Land-Art schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil auf dem Lehrplan des Kunstunterrichtes. Davon konnten sich jetzt angehende Lehrerinnen des Fachseminars Kunst vom Paderborner Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung  auf einer Fortbildung im Schulwald Ritterholz überzeugen. Revierförster Carsten Breder und Projektleiter Volker Wascher erläuterten an praktischen Beispielen, wie man mit Schülerinnen und Schülern das Thema Land-Art in der Praxis umsetzen kann und wie sich Kinder und Jugendliche auf diese Weise die Natur in Zeiten von Smartphone und PC neu erobern können. Dabei wiesen sie auch daraufhin hin, dass Land-Art in der freien Landschaft natürlich auch immer bedeutet, die Natur nicht zu zerstören und die geltenden Regeln des Landschafts- und Naturschutzes zu respektieren.